
Analoge OPG-Röntgenfilme werden knapp. Was zunächst nach einem Lieferproblem klingt, könnte für manche Zahnarztpraxis den Abschied von einer vertrauten Technik bedeuten. Denn ein wichtiger Hersteller hat die Produktion eingestellt. Damit rücken digitale Alternativen in den Fokus.
Analoge OPG-Röntgenfilme werden knapp
Film einlegen, Aufnahme erstellen, entwickeln: In manchen Zahnarztpraxen gehört dieser Ablauf beim OPG noch zum Alltag. Doch wie lange noch? Das Unternehmen Carestream, früher Kodak, hat im Juni 2026 überraschend die Produktion extraoraler Dentalfilme eingestellt. Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer gibt es damit derzeit auf dem deutschen Markt keine entsprechenden Röntgenfilme mehr.
Ganz verschwunden sind analoge Filme zwar noch nicht. Einzelne Depots verfügen über Restbestände oder Produkte anderer Hersteller. Beim Wechsel auf einen anderen Film sind allerdings einige Vorgaben zu beachten – unter anderem eine überlappende Konstanzprüfung zur Sicherung der Bildqualität. Restbestände müssen zudem den Vorgaben der europäischen Medizinprodukteverordnung entsprechen.
Ist jetzt Schluss mit analog?
Nicht sofort. Die Bundeszahnärztekammer und der Dentalhandel suchen nach Lösungen. Auch Speicherfolienscanner können für betroffene Praxen eine Alternative sein. Trotzdem rückt mit dem Engpass eine Alternative stärker in den Blick: digitale Bildgebungsverfahren.
Und die verändern auch den Arbeitsplatz der ZFA.
Digitales Röntgen bringt das Bild sofort auf den Bildschirm
Beim digitalen Röntgen entsteht kein klassischer Film mehr. Die Bilddaten stehen unmittelbar am Bildschirm zur Verfügung und können gespeichert und bei Bedarf weitergegeben werden. Die chemische Filmentwicklung entfällt und moderne digitale Systeme können gegenüber konventionellen Verfahren mit einer geringeren Strahlenexposition auskommen.
Im Praxisalltag ist vor allem die Geschwindigkeit ein Vorteil: Aufnahme gemacht, Bild da. Und weil sich digitale Aufnahmen vergrößern, kontrastieren oder markieren lassen, können Befunde auch im Patientengespräch anschaulicher erklärt werden.
Eingesetzt wird digitales Röntgen dabei in praktisch allen Bereichen, in denen Röntgenaufnahmen zum zahnmedizinischen Alltag gehören – von der Kariesdiagnostik und Endodontie über die Beurteilung des Knochenabbaus bei Parodontitis bis zur Implantatplanung und Panoramaaufnahme.
KI unterstützt die Röntgendiagnostik
Mit der Digitalisierung kommt eine weitere Entwicklung in die Röntgendiagnostik: Künstliche Intelligenz kann Aufnahmen zusätzlich analysieren. Entsprechende Systeme markieren beispielsweise auffällige Bereiche oder unterstützen dabei, Veränderungen zwischen älteren und aktuellen Aufnahmen sichtbar zu machen.
Das ersetzt nicht die Diagnose durch die Zahnärztin oder den Zahnarzt. Es liefert vielmehr eine zusätzliche Perspektive. Spannend ist das auch für die Patientenkommunikation, denn farbige Markierungen auf dem Bildschirm oder Tablet können helfen zu zeigen, wo sich etwas verändert hat. Aus einem für Laien oft schwer verständlichen Schwarz-Weiß-Bild wird so eine gute Grundlage für das Gespräch.
Strahlenschutzkenntnisse regelmäßig aktualisieren
Wann war dein letzter Röntgenkurs?
So modern die Technik auch wird: Beim Röntgen bleibt der Strahlenschutz unverzichtbar. Wer als ZFA Röntgenaufnahmen anfertigt, braucht die entsprechenden Kenntnisse im Strahlenschutz und diese müssen regelmäßig aktualisiert werden.
Die Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz ist spätestens alle fünf Jahre erforderlich. Verschiedene Fortbildungsanbieter bieten entsprechende Kurse an, teilweise auch online oder als Kombination aus Selbstlernphase und Live-Webinar.
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