MFA-Studie: Warum sie auch für ZFA interessant ist

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Beata Luczkiewicz

MFA-Studie: Die Ergebnisse zeigen, warum flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungen und gute Führung auch für ZFA und Zahnarztpraxen relevant sind.

Ein Blick in die Arztpraxis zeigt Entwicklungen, die auch für ZFA interessant sind.

475.000 Medizinische Fachangestellte arbeiten in Deutschland. Bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten sind es rund 226.000. Zwei große Berufsgruppen, ohne die in Arzt- und Zahnarztpraxen wenig laufen würde. Und noch etwas haben sie gemeinsam: Beide Berufe verändern sich. Eine aktuelle Studie zur Situation der MFA zeigt, wohin die Reise gehen könnte.

Warum die MFA-Studie auch für ZFA relevant ist

Terminvergabe, Telefon, Verwaltung, Patientenbetreuung und Assistenz: Vieles von dem, was den Arbeitsalltag von MFA bestimmt, dürfte ZFA ziemlich bekannt vorkommen. Das gilt leider auch für einige Probleme. Der MFA-Beruf gilt seit 2019 als Engpassberuf. Bis 2028 wird eine Lücke von mehr als 14.000 Fachkräften erwartet. Das Problem kennen Zahnarztpraxen nur zu gut: Auch ZFA gehören zu den Berufen, in denen Fachkräfte besonders knapp sind. Als Gründe für einen vorzeitigen Berufsausstieg nennt die Studie unter anderem eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, fehlende Anerkennung und zunehmend respektloses Verhalten von Patientinnen und Patienten.

Doch die Studie der Bertelsmann Stiftung bleibt nicht bei der Frage stehen, warum Fachkräfte fehlen. Interessanter ist eine andere Frage: Wie muss sich der Beruf verändern, damit Menschen gerne darin arbeiten und bleiben?

Flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice

Teilzeit ist kein Randmodell mehr

Ein Punkt ist die Arbeitszeit. Nur 40 Prozent der MFA arbeiten Vollzeit. Die Studie sieht flexible Teilzeitmodelle deshalb nicht als organisatorisches Problem, sondern als mögliche Lösung. Mehrere Teilzeitkräfte könnten beispielsweise gezielt die Stoßzeiten am Nachmittag auffangen.

Für einen Praxisberuf noch ungewohnter ist die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten: In einer Befragung unter 192 MFA und ZFA hatten 20 Prozent diese Möglichkeit. Natürlich lässt sich dort keine Patientin untersuchen und kein Patient versorgen. Aber Abrechnung und andere organisatorische Verwaltungsaufgaben können teilweise auch außerhalb der Praxis erledigt werden.

Der Gedanke dahinter ist interessant: Nicht jede Aufgabe muss automatisch an einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Arbeitszeit gebunden sein.

Weiterbildung schafft neue Aufgaben

Mehr können – mehr dürfen

Besonders viel Potenzial sieht die Studie in der Qualifikation. Weiterbildungen eröffnen MFA nicht nur bessere Verdienstmöglichkeiten. Sie schaffen auch die Voraussetzung dafür, anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen.

Dabei geht es um mehr als nur eine Entlastung für Ärztinnen und Ärzte. Qualifizierte MFA können zunehmend standardisierte Aufgaben etwa bei Anamnese, Diagnostik und Verlaufskontrolle übernehmen. Eine gelungene Delegation, so ein weiteres Ergebnis, kann gleichzeitig die Zufriedenheit im Praxisteam erhöhen.

Auch in Zahnarztpraxen ist dieser Gedanke längst angekommen. Je qualifizierter eine ZFA ist, desto mehr Leistungen können im rechtlich zulässigen Rahmen an sie delegiert werden. Fortbildungen, etwa zur ZMP, ZMV, ZMF oder DH, erweitern die beruflichen Möglichkeiten. So kann aus einer klassischen Assistenz Schritt für Schritt ein deutlich eigenständigeres Tätigkeitsfeld werden.

Gute Führung hilft, Fachkräfte zu halten

Bleiben hat auch mit Führung zu tun

Bemerkenswert ist noch eine Zahl aus der MFA-Studie: 61 Prozent der untersuchten Arztpraxen bilden selbst aus. Trotzdem bleibt ein Viertel der Auszubildenden trotz Übernahmeangebot anschließend nicht in der Ausbildungspraxis. Manche wechseln in eine andere Praxis oder Klinik, andere orientieren sich beruflich ganz neu.

Ein Arbeitsvertrag allein reicht offenbar nicht aus, um Fachkräfte zu halten.

Die Studie nennt deshalb Faktoren, die zunächst ziemlich unspektakulär klingen: klare Zuständigkeiten, strukturierte Abläufe, gute Teamarbeit, regelmäßige Morgenbriefings sowie Mitarbeiter- und Feedbackgespräche. Dahinter steckt allerdings eine größere Frage: Wie viel Einfluss haben Mitarbeitende darauf, wie ihr eigener Arbeitsalltag aussieht?

Vielleicht lohnt sich deshalb der Blick von der Zahnarztpraxis hinüber in die Arztpraxis. Nicht, weil dort schon alle Antworten gefunden wären. Sondern weil dort gerade über Fragen diskutiert wird, die auch ZFA betreffen. Wie flexibel kann ein Praxisberuf sein? Wie wird aus Weiterbildung echte berufliche Entwicklung? Welche Verantwortung können gut qualifizierte Fachkräfte übernehmen? Und was muss eine Praxis bieten, damit gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur kommen, sondern auch bleiben?

226.000 ZFA sorgen jeden Tag dafür, dass Zahnarztpraxen funktionieren. Vielleicht geht es bei ihrer Zukunft deshalb weniger darum, noch mehr zu leisten. Sondern vielmehr darum, mitzugestalten.

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Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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