Was verdienen ZFA, ZMP und DH? Gehalt Zahnarztpraxis 2025 – Teil 1

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Beata Luczkiewicz

Gehalt Zahnarztpraxis 2025: Die Dentale Gehaltsstudie zeigt, was ZFA, ZMP, DH und Praxismanagement wirklich verdienen. Erfahre, wie Qualifikation, Berufserfahrung und Standort dein Einkommen beeinflussen – und ob du marktüblich bezahlt wirst.

Was ist meine Arbeit wert? Die Dentale Gehaltsstudie 2025 gibt Praxismitarbeitenden erstmals verlässliche Vergleichswerte.

Was Praxismitarbeitende 2025 wirklich verdienen

Sie halten den Praxisalltag am Laufen: ZFA, ZMP, ZMF, DH sowie Mitarbeitende in Verwaltung und Praxismanagement. Ohne sie gäbe es keine reibungslosen Abläufe, keine zufriedenen Patienten und keine funktionierende Praxis. Und trotzdem bleibt für viele eine zentrale Frage unbeantwortet: Wird meine Arbeit eigentlich fair bezahlt?

Viele wissen nicht, ob ihr Einkommen marktüblich ist oder wovon es wirklich abhängt. Gleichzeitig wünschen sich Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber mehr Orientierung, um ihr Team gerecht und nachvollziehbar zu vergüten. Die Dentale Gehaltsstudie 2025 gibt darauf klare Antworten. Dieser erste Teil unserer Serie zeigt, was Praxismitarbeitende 2025 wirklich verdienen – und was hinter den Zahlen steckt.

Der Einstieg: Was verdient eine ZFA?

Für viele beginnt der Weg in der Praxis als ZFA. Laut Studie liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt bei rund 2.753 Euro brutto. Mit zunehmender Erfahrung steigt das Einkommen spürbar. Nach drei bis fünf Jahren liegt der Median bereits bei 2.834 Euro und bei über zehn Jahren klettert er in Richtung 3.100 Euro und mehr. Kurz gesagt: Berufserfahrung zahlt sich aus – aber nicht automatisch. Denn feste Stufenmodelle sind die Ausnahme.

Spezialisierung lohnt sich

Deutlich wird auch: Aufgabenprofil schlägt Jobtitel. Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt, verdient in der Regel mehr. Die Studie zeigt klare Gehaltsunterschiede je nach Qualifikation:

  • ZMP (Prophylaxe): Median ca. 3.695 Euro
  • ZMV (Verwaltung/Abrechnung): Median ca. 3.998 Euro
  • DH (Dentalhygiene): Median ca. 4.865 Euro
  • PM (Praxismanagement): Median ca. 4.078 Euro

Damit wird deutlich: Weiterbildungen und spezialisierte Tätigkeiten erhöhen nicht nur die fachliche Verantwortung, sondern auch den Marktwert. Besonders in den Bereichen Prophylaxe, Abrechnung, Verwaltung und Praxismanagement werden Kompetenzen honoriert.

Stadt oder Land? Der Standort macht einen Unterschied

Ein weiterer Faktor ist der Praxisstandort. In urbanen Regionen liegen die Gehälter im Median höher als in Kleinstädten und ländlichen Gebieten. Für ZFA/ZMF zeigt die Studie einen Median von rund 3.200 Euro in Städten gegenüber 3.063 Euro auf dem Land beziehungsweise in Kleinstädten. Gründe hierfür sind unter anderem höhere Patientenzahlen, Spezialisierung und größere Praxen. Das heißt: Wer einen Ortswechsel erwägt, sollte den Standort in die Gehaltsplanung einbeziehen.

Gehalt ist oft Verhandlungssache

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass rund 75 Prozent der Befragten von keiner festen Struktur für Gehaltserhöhungen berichten. Erhöhungen erfolgen häufig erst auf Nachfrage. Nur wenige Praxen koppeln sie systematisch an Betriebszugehörigkeit, Fortbildung oder Führungsverantwortung. Das erklärt, warum Gehälter trotz Tarifempfehlungen stark variieren und warum es wichtig ist, den eigenen Marktwert zu kennen.

Und wie zufrieden sind die Mitarbeitenden?

Die durchschnittliche Gehaltszufriedenheit liegt bei 6 von 10 Punkten. Das ist weder schlecht noch gut, sondern eher ein Signal. Viele empfinden ihre Bezahlung als „okay“, sehen aber Luft nach oben. Transparente Kriterien, klare Entwicklungspfade und regelmäßige Gespräche könnten hier viel bewirken.

Was die Zahlen für den Praxisalltag bedeuten

  1. Vergleichen statt vermuten: Nutze Medianwerte als realistische Orientierung – sie zeigen den „mittleren“ Marktwert, ohne durch extreme Einzelgehälter verzerrt zu werden.
  2. Profil schärfen: Zusätzliche Aufgaben und Qualifikationen zahlen sich aus.
  3. Standort bedenken: Stadt oder Land beeinflusst das Gehalt messbar.
  4. Gespräch suchen: Weil es selten Automatismen gibt, ist aktives Nachfragen entscheidend.

Fazit: Die Studie bringt Struktur in ein Thema, das bislang wenig transparent war: Das Gehalt von Praxismitarbeitenden in Zahnarztpraxen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Erfahrung, Verantwortung, Qualifikation und Rahmenbedingungen. Wer diese Stellschrauben kennt, kann seine Entwicklung gezielt planen – fair für sich und transparent für das Team.

Im zweiten Teil der Serie geht es um den Praxisstandort: Stadt schlägt Land – wie stark der Praxisstandort das Gehalt beeinflusst.

Quelle:

Kontakt

Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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