Atemübungen im Praxisalltag: So sorgst du für innere Ruhe bei dir und deinen Patienten

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Beata Luczkiewicz

Atemübungen im Praxisalltag beruhigen dich und deine Patienten in stressigen Momenten. Erfahre, wie langsames Atmen Stress reduziert, wie du Angstpatienten mit einer einfachen Technik beruhigst und warum schon drei bewusste Atemzüge einen hektischen Moment entschleunigen.

Die Kraft der Atmung: jederzeit verfügbar, einfach anzuwenden und überraschend wirksam.

Ob im hektischen Praxisalltag, vor einer schwierigen Behandlung oder in stressigen Situationen an der Rezeption – wir atmen ständig, meist ohne darüber nachzudenken. Dabei kann die Atmung viel mehr, als nur den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Sie beeinflusst, wie angespannt, konzentriert oder ruhig wir uns fühlen. Das Beste daran: Jeder Mensch kann seine Atmung bewusst steuern.

Atmung und Nervensystem: Was ein Atemzug in deinem Körper auslöst

Beim Ein- und Ausatmen arbeitet unser Körper im Hintergrund ständig weiter. Interessant dabei ist, dass das Herz nicht immer gleich schnell schlägt. Beim Einatmen wird der Herzschlag etwas schneller und beim Ausatmen etwas langsamer. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen Atmung, Herz und Nervensystem.

Vereinfacht gesagt gibt es im Körper zwei „Betriebsmodi“: einen Aktivierungsmodus und einen Erholungsmodus. Die Art, wie wir atmen, kann beeinflussen, welcher Modus gerade stärker aktiv ist. Schnelles Atmen macht wacher und leistungsbereiter. Langsames Atmen hilft dagegen, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen.

Langsames Atmen als Technik: Schritt-für-Schritt zur inneren Ruhe

Besonders interessant für den Praxisalltag ist das sogenannte langsame Atmen. Dabei wird deutlich ruhiger geatmet als gewöhnlich. Studien zeigen, dass sich dadurch Stress reduzieren und die Konzentration verbessern lässt.

Die Technik ist einfach:

  1. Eine Hand auf den Bauch legen.
  2. Durch die Nase einatmen.
  3. Spüren, wie sich der Bauch hebt.
  4. Langsam wieder ausatmen.
  5. Die Ausatmung sollte etwas länger sein als die Einatmung.

Schon drei bis fünf Minuten können helfen, sich spürbar ruhiger zu fühlen.

Für ZFA und Praxisteams kann diese Methode in vielen Situationen hilfreich sein: vor einem stressigen Arbeitstag, nach einem anstrengenden Patientengespräch oder in einer kurzen Pause zwischen zwei Behandlungen.

    Atemübungen bei Angstpatienten: Anspannung auf dem Behandlungsstuhl lösen

    Viele Patientinnen und Patienten kommen mit einem mulmigen Gefühl in die Praxis. Besonders Angstpatienten erleben die Wartezeit im Behandlungszimmer oft als belastend. Während sie auf die Behandlerin oder den Behandler warten, steigt die Anspannung häufig weiter an.

    Hier kann eine einfache Atemübung helfen. Anstatt die Nervosität direkt anzusprechen, kann die ZFA freundlich sagen: „Versuchen Sie doch einmal Folgendes: Legen Sie eine Hand auf Ihre Brust und eine auf den Bauch. Atmen Sie langsam durch die Nase ein und anschließend etwas länger wieder aus. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihren Atem.“

    Viele Menschen werden dadurch ruhiger, ohne dass sie besondere Vorkenntnisse benötigen. Gleichzeitig entsteht ein Gefühl von Aufmerksamkeit und Fürsorge, das besonders von Angstpatienten geschätzt wird.

    Atemübungen bei Kindern: Mit einfachen Bildern die Anspannung nehmen

    Auch für Kinder kann bewusstes Atmen hilfreich sein. Hier funktionieren einfache Bilder besonders gut. Zum Beispiel: „Stell dir vor, du pustest ganz langsam eine Kerze aus, ohne dass sie ausgeht.“ Das lenkt die Aufmerksamkeit weg von der bevorstehenden Behandlung und hin zur Atmung.

    Wichtig ist dabei: Niemand muss perfekt atmen. Schon wenige ruhige Atemzüge können helfen, die Anspannung etwas zu reduzieren.

    Atmung als Werkzeug im Praxisteam: Einfach, kostenlos und jederzeit verfügbar

    Die Atmung kostet nichts, ist jederzeit verfügbar und benötigt keine besondere Ausrüstung. Sie kann eine gute Kommunikation und eine einfühlsame Betreuung jedoch nicht ersetzen. Aber sie ist ein einfaches Werkzeug, das sowohl dem Praxisteam als auch den Patientinnen und Patienten dabei helfen kann, mit Stresssituationen besser umzugehen.

    Manchmal reichen schon drei bewusste Atemzüge, um einen hektischen Moment zu entschleunigen. Eine kleine Pause, die weder Zeit noch Hilfsmittel kostet – aber für Team und Patienten einen spürbaren Unterschied machen kann.

    Quelle:

    • Sportärztezeitung, Atmen

    Kontakt

    Beata Luczkiewicz

    Freie Journalistin
    Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
    Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


    Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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