
Der Praxisalltag macht geregelte Mahlzeiten oft schwierig: Zwischen zwei Behandlungen schnell ein Müsliriegel, ein Kaffee im Vorbeigehen oder ein Keks an der Rezeption. Viele ZFA kennen das: Der Tag ist durchgetaktet, Pausen fallen kurz aus und gegessen wird „irgendwie nebenbei“. Doch genau dieses ständige Snacken könnte dem Körper mehr Stress bereiten als gedacht.
Eine aktuelle Studie zeigt jetzt: Nicht nur was wir essen, sondern auch wann wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit deutlich – besonders die der Leber.
Die Leber arbeitet nach einem festen Rhythmus
Die Leber gehört zu den wichtigsten Stoffwechselorganen des Körpers. Sie verarbeitet Nährstoffe, speichert Energie und hilft beim Entgiften. Dabei arbeitet sie nicht rund um die Uhr gleich, sondern folgt einer Art innerer Uhr. Forschende konnten nun zeigen, dass regelmäßige Mahlzeiten diesen natürlichen Rhythmus unterstützen, während häufige Zwischenmahlzeiten ihn stören können.
Besonders interessant: Menschen, die über den Tag verteilt ständig kleine Mengen aßen, verloren die natürliche Rhythmik der Leberfunktion, wie eine Studie zeigte. Bei festen Mahlzeiten blieb sie dagegen erhalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Stück Kuchen am Nachmittag oder ein Snack in stressigen Situationen sofort schädlich ist. Entscheidend ist vielmehr das Muster über längere Zeit. Dauerhaftes Essen „nebenbei“ bringt den Stoffwechsel offenbar leichter aus dem Gleichgewicht.
Ein Thema für das ganze Praxisteam
Gerade in Zahnarztpraxen spielt das Thema Ernährung oft nur eine Nebenrolle. Dabei hängen Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eng damit zusammen. Wer über Stunden hinweg nur schnell zwischendurch isst, kennt das Gefühl: Erst kommt das Leistungstief, später oft Gereiztheit oder Müdigkeit.
Regelmäßige Mahlzeiten können dabei helfen, den Blutzuckerspiegel stabiler zu halten und den Körper zu entlasten. Die Studie empfiehlt deshalb längere Essenspausen und möglichst feste Mahlzeiten.
Für ZFA bedeutet das auch: Eine bewusst eingeplante Mittagspause ist keine „verlorene Zeit“, sondern unterstützt die Gesundheit und Belastbarkeit. Oft reicht schon eine kleine Veränderung, etwa gemeinsam feste Pausenzeiten im Team abzusprechen oder Snacks nicht dauerhaft griffbereit stehen zu haben.
Auch die Chefin oder den Chef im Blick behalten
Viele ZFA kümmern sich im Alltag nicht nur um Patientinnen und Patienten, sondern oft auch um das Wohlbefinden des gesamten Teams. Dazu gehört manchmal der freundliche Hinweis: „Jetzt machen wir aber erst einmal Pause.“
Auch Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber essen oft eher nebenbei, weil der Tag eng getaktet ist. Doch Dauerstress und unregelmäßiges Essen betreffen alle – unabhängig von der Position im Team.
Vielleicht entsteht daraus sogar eine neue kleine Praxisroutine: gemeinsam essen statt nebenbei zu snacken. Denn regelmäßige Pausen fördern nicht nur den Stoffwechsel, sondern oft auch das Miteinander.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass niemand perfekt essen muss. Ein gelegentlicher Snack bleibt völlig in Ordnung. Entscheidend ist laut der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie vielmehr, nach stressigen Phasen wieder in gute Gewohnheiten zurückzufinden.
Und genau das passt gut zum Praxisalltag: Nicht Perfektion zählt, sondern ein realistischer Umgang mit den eigenen Ressourcen. Manchmal beginnt gute Gesundheitsvorsorge ganz einfach mit einer echten Pause.
- zm online, Aktuelle Studie belegt: Regelmäßiges Essen tut der Leber gut
