
Terminvergabe: Online wird normal
Besonders sichtbar wird der Wandel bei der Terminorganisation. Inzwischen vereinbart jede zweite Person über 65 ihre Arzttermine online. Vor fünf Jahren waren es erst 18 Prozent. Weitere 23 Prozent können sich vorstellen, künftig ebenfalls diesen Weg zu gehen. Auch digitale Erinnerungen per SMS oder E-Mail werden immer häufiger genutzt: 37 Prozent lassen sich bereits so an Termine erinnern und fast jeder Zweite steht dem grundsätzlich offen gegenüber.
Für Zahnarztpraxen bedeutet das: Online-Terminbuchung und automatische Erinnerungen sind kein Nischenangebot mehr – auch nicht für ältere Patienten. Sie werden zunehmend als komfortabler Service wahrgenommen, der Wege spart und den Alltag erleichtert.
Mehr digitale Kommunikation – Schritt für Schritt
19 Prozent der Senioren kommunizieren bereits per E-Mail, Chat oder Messenger mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Weitere 51 Prozent können sich das künftig vorstellen. Auch Vergleichs- und Bewertungsportale werden häufiger genutzt: 41 Prozent der Generation 65+ greifen darauf zurück, vor fünf Jahren waren es noch 12 Prozent.
Das zeigt: Viele ältere Patienten bewegen sich digital deutlich sicherer, als man im Praxisalltag manchmal annimmt. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach persönlichem Kontakt bestehen. Digitale Angebote werden vor allem dort angenommen, wo sie Abläufe vereinfachen und Wartezeiten verkürzen.
Videosprechstunde: Zurückhaltend, aber offen
Noch wenig verbreitet sind Videosprechstunden. Erst 6 Prozent der über 65-Jährigen haben damit Erfahrungen gesammelt. Gleichzeitig können sich 41 Prozent vorstellen, dieses Angebot künftig zu nutzen. Gerade für Patienten mit eingeschränkter Mobilität oder längeren Anfahrtswegen kann das perspektivisch interessant werden, auch in der zahnärztlichen Beratung oder bei Verlaufskontrollen.
Hier zeigt sich: Senioren sind zwar überwiegend online und offen für digitale Angebote, aber sie wünschen sich mehr Unterstützung beim Umgang mit digitalen Themen.
Warum das für die Praxis relevant ist
Bitkom betont, dass digitale Gesundheitsangebote helfen können, die Versorgung einer älter werdenden Gesellschaft zu sichern, indem sie Zugänge erleichtern, Betreuung intensivieren und Praxen entlasten. Für Zahnarztpraxen bedeutet das, dass die Digitalisierung nicht nur ein Thema für die Praxisorganisation ist, sondern auch ein fester Bestandteil einer modernen Patientenkommunikation sein sollte.
Gerade bei älteren Patienten entsteht Akzeptanz weniger durch die Technik selbst, sondern vielmehr durch gute Erfahrungen im Alltag, beispielsweise durch eine einfache Online-Terminbuchung, verständliche Erinnerungen oder eine unkomplizierte digitale Kontaktaufnahme.
Digital – aber bitte verständlich
Die Zahlen zeigen deutlich: Senioren sind offener für digitale Angebote, als viele erwarten. Gleichzeitig brauchen sie klare Strukturen, eine einfache Bedienung und eine persönliche Ansprache. Wenn das gelingt, können digitale Lösungen den Praxisalltag spürbar erleichtern, für das Team ebenso wie für die Patienten.
Oder kurz gesagt: Auch in der Zahnarztpraxis ist die Digitalisierung längst kein Generationenthema mehr, sondern eine Frage der guten, alltagstauglichen Umsetzung.
Quelle:
- Bitkom, Presseinformation vom 02.02.2026, 92 Prozent der Seniorinnen und Senioren befürworten Digitalisierung im Gesundheitswesen.
