Internationale Projekte für ZFA: Der neue Erfolgsfaktor in Zahnarztpraxen

Kalamangi Studios
Beata Luczkiewicz

Internationale Projekte für ZFA stärken dein Selbstbewusstsein, deine Motivation und deinen Blick auf den Praxisalltag. Dr. Sabrina Reitz erklärt, warum ein Perspektivwechsel über den Tellerrand hinaus echte Entwicklung bringt – und wie die „Dental Impact Journey” nach Kapstadt dich weiterbringt.

Sabrina Reitz bei einem sozialen Einsatz in einem Waisenhaus in Tansania. Dort kam ihr die Idee zur Dental Impact Journey.

Dr. Sabrina Reitz kennt die Zahnmedizin aus zwei Perspektiven: Als ehemalige zahnmedizinische Fachangestellte und heute als Zahnärztin mit Schwerpunkt Kinder- und Sportzahnmedizin. Während sie aktuell ihre eigene Praxis in Mainz mit Fokus auf Prävention und Inklusion aufbaut, entwickelt sie bereits ein Projekt, das über den Praxisalltag hinausgeht: eine „Dental Impact Journey“ nach Kapstadt für Praxisteams.

Die Redaktion hat mit ihr darüber gesprochen, wie internationale Erfahrungen den Praxisalltag verändern können und warum gerade zahnmedizinische Fachangestellte davon profitieren. Im Gespräch erzählt sie: „Als ich vor einigen Jahren selbst noch als ZFA gearbeitet habe, hätte ich mir kaum vorstellen können, einmal internationale Mundgesundheitsprojekte zu initiieren. Heute, als Zahnärztin in der Praxisgründungsphase, weiß ich: Gerade unsere zahnmedizinischen Fachangestellten gewinnen enorm von einem Perspektivwechsel über den Tellerrand hinaus.“

Die Idee zur „Dental Impact Journey 2027“ entstand während eines sozialen Einsatzes in Tansania. Ein Zahnputz-Workshop in einem Waisenhaus wurde für sie zum Schlüsselmoment. Die Kinder fragten, ob sie ihre Zahnbürsten danach wirklich behalten dürften. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, wie selbstverständlich Prävention für uns in Deutschland ist – und wie existenziell sie an anderen Orten sein kann. Ich habe dort nicht nur Zahnmedizin anders erlebt, sondern auch Verantwortung neu verstanden.

Warum internationale Projekte unsere Teams wirklich stärken

In Deutschland sprechen wir viel über Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung und Motivation. Gleichzeitig erleben viele ZFA im Alltag eine hohe Arbeitsbelastung, organisatorischen Druck und wenig gesellschaftliche Sichtbarkeit. Wertschätzung wird häufig eingefordert – aber nicht immer aktiv gestaltet. Internationale Projekte können hier ein strategischer Hebel sein.

Wenn Fachkräfte erleben, welche Wirkung ihre Kompetenz außerhalb des gewohnten Umfelds entfaltet, stärkt das ihr Selbstbewusstsein und ihre Identifikation mit dem Beruf. Prävention wird greifbar. Verantwortung wird neu verstanden. Und Dankbarkeit wird unmittelbar spürbar. Das verändert die Haltung – und Haltung verändert den Praxisalltag.

Community statt Kongress

Klassische Fortbildungen vermitteln Wissen. Das ist wichtig. Doch allein mit Wissen bindet man keine Mitarbeiter.

Die Dental Impact Journey kombiniert fachlichen Austausch mit sozialem Engagement und Community-Bildung. In Kapstadt werden ZFA und Praxisteams in Präventionsprojekte eingebunden, arbeiten in sozialen Einrichtungen und reflektieren gemeinsam ihre Rolle in der Zahnmedizin.

Das Format ist bewusst auf Augenhöhe konzipiert. Nicht die Hierarchie steht im Mittelpunkt, sondern Kompetenz und Erfahrung. Dieser Raum fördert das Vertrauen in die eigene Kompetenz – ein Faktor, der in modernen Praxiskonzepten für Motivation, Verantwortung und langfristige Bindung zunehmend entscheidend wird.

Return on Investment: Motivation

Mir ist bewusst, dass eine Reise dieser Art zunächst wie ein finanzieller Aufwand erscheint. Doch wir sollten sie als Investition betrachten.

Für die Reise sind maximal zwanzig Plätze vorgesehen. Die Kosten werden bewusst so kalkuliert, dass sie für ZFA realistisch finanzierbar bleiben. Zudem bestehen Möglichkeiten über Fortbildungsbudgets, Bildungsurlaub oder betriebliche Unterstützung.

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Was kostet es?“, sondern: „Was kostet es uns, wenn Engagement und Motivation verloren geht?“

Leadership beginnt bei Haltung

Parallel zur Planung dieses Projekts gründe ich meine eigene Praxis. In diesem Prozess beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, welche Kultur ich etablieren möchte.

Ich bin überzeugt: Zukunftsfähige Praxen entstehen dort, wo Mitarbeitende sich gesehen fühlen – fachlich wie persönlich. Internationale Perspektiven sind kein Luxus. Sie sind Ausdruck moderner Führungskultur.

Wenn wir möchten, dass unsere Teams Verantwortung übernehmen, unternehmerisch mitdenken und langfristig bleiben, müssen wir ihnen Entwicklung ermöglichen – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.

Mehr als ein Zertifikat: Was bleibt?

Nach einem internationalen Einsatz bleibt mehr als ein Zertifikat. Es bleibt eine veränderte Haltung. Mehr Wertschätzung. Mehr Resilienz. Und oft auch ein neuer Blick auf Patientinnen und Patienten im eigenen Behandlungszimmer.

Ich wünsche mir, dass wir als Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber beginnen, solche Erfahrungen nicht als Ausnahme, sondern als Teil strategischer Personalentwicklung zu verstehen. Und vielleicht beginnt echte Mitarbeiterbindung genau dort, wo wir unseren Teams ermöglichen, über sich hinauszuwachsen.

Wer mehr über die geplante „Dental Impact Journey 2027“ erfahren möchte, kann sich bereits jetzt unverbindlich informieren oder Kontakt aufnehmen: per E-Mail an info@travel-to-grow.com (Betreff: „Dental Impact Journey 2027“) oder online unter https://travel-to-grow.com/trips/dental-impact-journey-2027.

Auch Unternehmen aus der Dentalbranche, die das Projekt durch Sachspenden, Kooperationen oder Sponsoring begleiten möchten, sind eingeladen, sich direkt mit Dr. Sabrina Reitz in Verbindung zu setzen (drsabrinareitz@gmail.com).

Kontakt

Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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