Feelgood Management in der Zahnarztpraxis: Vom Talent zur neuen Aufgabe

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Beata Luczkiewicz

Feelgood Management ist mehr als Obstkorb und Teamevent: Erfahre, wie du als ZFA mit Empathie und Kommunikation die Praxiskultur mitgestaltest, Konflikte ansprichst und das Team stärkst – und warum die Praxisleitung dahinterstehen muss.

Was ist dein Talent? Wer ein gutes Gespür für Menschen und Teamdynamik hat, bringt schon einiges für das Feelgood Management mit.

„Feelgood Managerin“ ist bislang keine geschützte Berufsbezeichnung und eine gesetzlich festgelegte Ausbildung gibt es ebenfalls nicht. Aber für ZFA könnte darin durchaus eine Chance liegen. Nicht unbedingt als komplett neuer Job, sondern als zusätzliche Aufgabe für diejenigen, die ohnehin ein besonderes Gespür für Menschen, Kommunikation und Teamdynamik haben.

Mehr als Obstkorb und Teamevent

Eine Feelgood Managerin ist also keineswegs die Gute-Laune-Beauftragte. Ihre Aufgabe ist es zunächst herauszufinden, was die Praxismitarbeiter brauchen. Sie sammelt Wünsche und Anregungen, verbessert die interne Kommunikation, fördert eine offene Feedback- und Fehlerkultur und entwickelt Lösungen für Probleme im Team. Auch das Onboarding neuer Kolleginnen, Gesundheitsangebote oder gemeinsame Aktivitäten können dazugehören.

Die 5-Minuten-Frage

Beim nächsten Teammeeting fünf Minuten reservieren und nur eine Frage stellen: „Was würde unseren Praxisalltag diese Woche ein kleines bisschen besser machen?“

Keine Grundsatzdiskussion, keine lange Wunschliste. Jede Person nennt eine Sache. Vielleicht ist es eine klarere Übergabe, fünf Minuten Ruhe nach der Mittagspause oder die Bitte, dass nicht immer dieselbe Kollegin spontan einspringen muss.

Feelgood Management beginnt nicht mit dem großen Teamevent. Sondern damit, herauszufinden, was das Team wirklich braucht.

Eigentlich ziemlich nah an der ZFA

Spannend ist die Rolle auch deshalb, weil viele der benötigten Fähigkeiten zum Berufsalltag einer ZFA gehören. Feelgood Managerinnen sollten kommunikativ, empathisch und aufmerksam sein. Gleichzeitig brauchen sie Kreativität, Eigeninitiative und den Mut, Probleme anzusprechen – auch gegenüber Führungskräften.

Das bedeutet nicht, dass künftig jede Praxis eine ZFA zur Feelgood Managerin ernennen sollte. Aber die Idee eröffnet eine interessante Perspektive: Kompetenzen, die im Praxisalltag manchmal einfach als „Sie kümmert sich halt um alles“ wahrgenommen werden, bekommen einen Namen – und damit möglicherweise auch einen anderen Stellenwert.

Praxis organisieren oder Praxiskultur gestalten?

Aber Moment mal: Gibt es dafür in vielen Zahnarztpraxen nicht bereits eine Praxismanagerin? Tatsächlich können sich die Aufgaben überschneiden. Praxismanagerinnen organisieren beispielsweise Arbeitsabläufe und Dienstpläne, leiten Mitarbeiterinnen an, betreuen Auszubildende oder organisieren Teambesprechungen.

Die Aufgaben können sich zwar überschneiden, der Schwerpunkt ist jedoch ein anderer. Während die Praxismanagerin vor allem dafür sorgt, dass die Praxis funktioniert, richtet die Feelgood Managerin ihren Blick darauf, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Wie werden neue Kolleginnen aufgenommen? Können Probleme offen angesprochen werden? Wo entstehen Konflikte? Was braucht das Team, damit Zusammenarbeit gelingt?

In kleineren Praxen dürfte daraus kaum eine eigene Stelle entstehen. Denkbar wäre vielmehr, dass eine ZFA oder Praxismanagerin Feelgood Management als zusätzliche Qualifikation übernimmt. Wenn sich daraus eine feste zusätzliche Verantwortung entwickelt, sollten deshalb auch das Zeitbudget, die Entscheidungsbefugnisse und eine entsprechende Vergütung geklärt werden. Wichtig ist dann eine klare Rollenverteilung und dass aus „Feelgood“ nicht einfach eine weitere Aufgabe wird, die nebenbei erledigt werden soll.

Wohlfühlen ist kein Selbstzweck

Denn hinter dem Feelgood Management steckt auch ein wirtschaftlicher Gedanke. Ein gutes Arbeitsklima kann die Bindung an den Arbeitgeber stärken. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird das interessant: Beschäftigte, die sich ihrem Unternehmen verbunden fühlen, denken seltener über einen Wechsel nach.

Allerdings gibt es eine wichtige Voraussetzung: Eine Feelgood Managerin kann keine schlechte Führung reparieren. Das Konzept funktioniert nur, wenn die Praxisleitung dahintersteht und bereit ist, tatsächlich etwas zu verändern. Feelgood Management funktioniert deshalb nur als Teil der Praxiskultur, unterstützt von der Praxisleitung und langfristig verankert.

Denn manchmal ist die Kollegin, die scheinbar „nur“ dafür sorgt, dass es im Team läuft, längst viel mehr: Sie gestaltet die Praxiskultur.

Kontakt

Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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