Termine online buchen: Der neue Standard für Patienten und Praxen

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Beata Luczkiewicz

Termine online buchen entlastet euren Praxisalltag: 64 Prozent der Patienten nutzen digitale Terminvergabe. Das bedeutet weniger Anrufe am Empfang, mehr Übersicht im Kalender und automatische Erinnerungen. Erfahrt, wie ihr das System einführt und welche Abläufe ihr im Team abstimmen solltet.

Zwischendurch organisiert: Viele Patienten vereinbaren Arzttermine heute flexibel online – unabhängig von Praxisöffnungszeiten.

Die digitale Terminvergabe gehört in deutschen Arztpraxen inzwischen für viele Patientinnen und Patienten zum Alltag. Bereits 64 Prozent der Menschen haben mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart – vor zwei Jahren waren es noch deutlich weniger. Weitere 16 Prozent können sich vorstellen, künftig online zu buchen. Nur noch 18 Prozent lehnen die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab. Die Zahlen zeigen, dass sich die Online-Terminbuchung zunehmend als fester Bestandteil der Patientenkommunikation etabliert.

Online buchen statt anrufen

Besonders häufig nutzen Patientinnen und Patienten dafür spezialisierte Plattformen wie Doctolib, Jameda, Clickdoc, Termed und andere. Mehr als die Hälfte der Befragten hat darüber bereits einen Termin vereinbart. Daneben gewinnen auch die Websites der Praxen an Bedeutung: Ein Viertel der Nutzerinnen und Nutzer buchte direkt über ein Online-Formular oder per E-Mail.
Für Praxisteams bedeutet das, dass sich die Terminvergabe Schritt für Schritt von der Telefonleitung in digitale Kanäle verlagert – mit spürbaren Auswirkungen auf die Abläufe am Empfang.

Warum Patienten digitale Termine nutzen

Als größter Vorteil gilt aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer die Unabhängigkeit von den telefonischen Erreichbarkeiten der Praxen. 84 Prozent nennen diesen Punkt. Termine lassen sich abends, in der Mittagspause oder unterwegs vereinbaren. Darüber hinaus werden die flexiblere Auswahl an Terminen, automatische Erinnerungen, eine bessere Sichtbarkeit kurzfristig freier Zeitfenster sowie die Möglichkeit, Termine unkompliziert abzusagen oder zu verschieben, häufig genannt.

Was für Patientinnen und Patienten praktisch ist, wirkt sich auch auf die Arbeitsabläufe in der Praxis aus. Weniger Telefonaufkommen, weniger Rückfragen und weniger manuelle Einträge im Kalender können den organisatorischen Aufwand am Empfang reduzieren.

Entlastung für den Praxisalltag

Gerade ZFA und MFA erleben täglich, wie viel Koordination hinter einer funktionierenden Terminplanung steckt. Digitale Systeme können dabei helfen, Abläufe übersichtlicher zu gestalten. Online gebuchte Termine werden direkt im System erfasst, Doppelbuchungen lassen sich vermeiden und freie Zeitfenster werden automatisch angezeigt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Anrufe, die ausschließlich der Terminvereinbarung dienen – ein Effekt, der sich vor allem in Stoßzeiten bemerkbar macht.

Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt weiterhin wichtig. Viele Patientinnen und Patienten, insbesondere ältere, greifen nach wie vor lieber zum Telefon. Wenn jedoch ein Teil der Routinebuchungen online erfolgt, entsteht am Empfang mehr Spielraum für andere organisatorische Aufgaben und für die persönliche Betreuung vor Ort.

Worauf es in der Praxis ankommt

Damit die digitale Terminvergabe den Arbeitsalltag tatsächlich unterstützt, braucht es klare Absprachen im Team: Welche Termine sollen online buchbar sein? Wie werden Pufferzeiten berücksichtigt? Und wie wird sichergestellt, dass online und telefonisch vergebene Termine sinnvoll zusammengeführt werden? Eine abgestimmte Organisation ist hier entscheidend. Ebenso wichtig ist es, Patientinnen und Patienten auf das Online-Angebot hinzuweisen, beispielsweise bei der Anmeldung, auf der Website oder durch einen Hinweis im Wartezimmer.

Ein Baustein für effizientere Abläufe

Auch aus Sicht der Gesundheitsversorgung insgesamt gilt die digitale Terminvergabe als ein Instrument, um organisatorische Prozesse zu vereinfachen. Verbunden damit ist die Erwartung, dass digitale Abläufe Zeit sparen, den Verwaltungsaufwand verringern und den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern.
Für Praxisteams kann das vor allem mehr Übersicht in der Terminplanung, weniger telefonische Rückfragen und mehr Zeit für andere Aufgaben im Praxisalltag bedeuten.

Quelle:

Bitkom, Presseinformation vom 22. Dezember 2025, Zwei Drittel vereinbaren Arzttermine online

Kontakt

Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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