Teamgeist auf die Probe gestellt: Wenn eine einzige Kollegin alles ins Wanken bringt

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Beata Luczkiewicz

Wenn eine Kollegin ständig alles besser weiß oder Zusagen nicht einhält, belastet das den ganzen Praxisalltag. Wie du mit schwierigen Teamkolleginnen umgehst – ohne dich selbst zu verlieren.

Auf den ersten Blick ein starkes Team. Doch was, wenn es knirscht?

Montagmorgen, 8:12 Uhr. Das Wartezimmer ist voll, das Telefon klingelt – und im Behandlungszimmer 2 steht sie schon: die Kollegin, die grundsätzlich alles besser weiß. Zwei Räume weiter wird eine Aufgabe „gleich erledigt“ – was erfahrungsgemäß alles heißen kann, nur nicht sofort. Und irgendwo dazwischen versucht das Team, einfach nur einen normalen Praxisalltag hinzubekommen.

Es gibt nicht nur schwierige Patientinnen und Patienten. Es gibt auch schwierige Kolleginnen. Und die begleiten einen nicht nur für ein paar Minuten, sondern oft durch den ganzen Tag.

Alles wie ein Schweizer Uhrwerk? Eher selten

In der Zahnarztpraxis ist Zusammenarbeit kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung dafür, dass alles läuft. Umso spürbarer wird es, wenn es im Team knirscht. Denn anders als bei Patientenkontakten gibt es hier kein schnelles Ausweichen. Man arbeitet eng zusammen, spricht sich ab und verlässt sich aufeinander.

Und genau hier wird es schwierig, wenn Arbeitsstile aufeinanderprallen. Wenn die eine alles perfekt machen will, während die andere eher pragmatisch denkt. Wenn Zusagen nicht eingehalten werden oder Kommunikation eher aus Zwischenrufen als aus Absprachen besteht.

Die Folge sind kleine Spannungen, die sich summieren und irgendwann den ganzen Arbeitstag beeinflussen.

Typisch Praxis: Wer hier alles mitarbeitet

Fast jedes Team kennt sie – die Rollen, die sich wie von selbst verteilen.

Da ist die Kollegin, die jeden Ablauf optimieren will und dabei selten zufrieden ist. Die, die immer Hilfe braucht, auch bei Routineaufgaben. Oder die, die jede Diskussion nutzt, um noch eine eigene Meinung unterzubringen. Und dann gibt es noch die, die bei Stress schnell laut wird, während andere sich innerlich schon auf den nächsten Kommentar vorbereiten.

Das Problem ist dabei selten die einzelne Eigenschaft. Es ist die Dauer. Und das Zusammenspiel mit dem eigenen Stresslevel.

Nicht alles ist persönlich gemeint

Der erste Impuls ist oft klar: sich ärgern. Innerlich kontern. Oder das Verhalten persönlich nehmen. Das ist verständlich, aber selten hilfreich.

Ein Perspektivwechsel kann da schon viel bewirken. Denn die wenigsten Kolleginnen handeln bewusst, um andere zu provozieren. Oft steckt schlicht eine andere Art zu arbeiten dahinter. Oder Stress. Oder Unsicherheit.

Das bedeutet jedoch nicht, alles hinzunehmen. Aber es hilft, die Situation nicht zusätzlich aufzuladen.

Auch die eigene Reaktion spielt eine größere Rolle, als man denkt. Wer bewusst ruhiger bleibt, klarer kommuniziert und nicht auf jede Spitze reagiert, verändert oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Reden hilft – wenn man es richtig macht

Wenn sich Ärger anstaut, führt langfristig kaum ein Weg an einem Gespräch vorbei. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass gesprochen wird, sondern vor allem, wie.

Vorwürfe bringen selten etwas. Konkrete Beispiele hingegen schon. Wichtig ist auch die Bereitschaft, gemeinsam eine Lösung zu finden, statt „Recht zu behalten“.

Das klappt nicht immer sofort. Aber es ist oft der einzige Weg, um aus festgefahrenen Mustern herauszukommen.

Grenzen ziehen

Genauso wichtig ist es, sich selbst im Blick zu behalten. Nicht jede Situation lässt sich lösen. Und nicht jede Zusammenarbeit verläuft harmonisch.

Dann kann es sinnvoll sein, Dinge klarer zu strukturieren, Aufgaben abzugrenzen oder den Kontakt auf das Nötigste zu beschränken. Das ist kein Scheitern, sondern Selbstschutz.

Denn wenn Konflikte den Feierabend bestimmen, ist eine Grenze längst überschritten. Umso wichtiger ist es dann, bewusst für Ausgleich zu sorgen und Abstand zu gewinnen.

Wenn es alleine nicht mehr weitergeht

Manchmal bleibt trotz aller Bemühungen ein ungutes Gefühl. Gespräche verlaufen im Sand, das Verhalten ändert sich nicht und die Belastung bleibt. Dann kann es sinnvoll sein, die Praxisleitung einzubeziehen. Das ist kein „Petzen“, sondern ein legitimer Schritt, um eine festgefahrene Situation zu klären. Schließlich betrifft ein Konflikt selten nur zwei Personen, sondern oft das gesamte Team und die Abläufe in der Praxis.

Wichtig ist, das Gespräch gut vorzubereiten und sachlich zu bleiben. Es geht nicht darum, eine Kollegin anzuschwärzen, sondern darum, die Zusammenarbeit zu verbessern.

Und: Dieser Schritt sollte vor einer vorschnellen Entscheidung stehen, die Praxis zu verlassen.

Fazit: Klar, auf dem Papier klingt das alles einfacher, als es im Alltag ist. Wenn es im Team knirscht, helfen auch die besten Tipps nicht immer sofort weiter.Deshalb sind diese Impulse keine To-do-Liste, die man einfach abhakt. Sie sind vielmehr Anregungen, Dinge einmal auszuprobieren – Schritt für Schritt und im eigenen Tempo.

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Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

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