
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Kinder nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als Erwachsene. Gerüche, Geräusche, helle Kleidung, fremde Geräte – all das kann einschüchternd wirken. Die Behandlung von Kindern erfordert deshalb eine eigene Herangehensweise und oft auch eine gute Portion Fantasie. Ein spezielles Praxiskonzept für den Umgang mit kleinen Patienten kann hierbei enorm helfen.
Hat sich ein Kind an die Praxisumgebung gewöhnt, beginnt der wichtigste Teil: der Aufbau von Vertrauen. Vor allem, wenn keine akuten Zahnschmerzen vorliegen, wollen sich viele Kinder nicht einfach in den Mund schauen lassen. Ihre Mitarbeit lässt sich nicht erzwingen, sondern muss wachsen. Das braucht Zeit. Kinder benötigen für vieles länger als Erwachsene, auch für Entscheidungen. Wenn man erwartet, dass sie innerhalb weniger Sekunden auf dem Stuhl sitzen und den Mund öffnen, erzeugt das schnell Druck. Gerade beim ersten Termin ist es daher sinnvoll, großzügig Zeit einzuplanen. Strahlt das Team Gelassenheit aus, überträgt sich diese Ruhe oft auch auf die kleinen Patienten.
Worte, die verbinden
Wie beginnt man eine Behandlung? Das, was ZFA oft schon im Wartebereich leisten, lässt sich im Behandlungszimmer fortsetzen: gemeinsam schauen, erklären, ins Gespräch kommen. Schon ein unverfänglicher Einstieg kann Brücken bauen. Ein Kompliment für den tollen Pulli, ein Kommentar zu glitzernden Schuhen – solche kleinen Beobachtungen schaffen Nähe und Vertrauen.
Dass viele Kinder Angst haben, ist völlig normal. Umso wichtiger ist eine kindgerechte Kommunikation, die Sicherheit vermittelt statt Druck aufzubauen. Kinder sollten einfach, kurz und offen angesprochen werden – ohne Fachbegriffe und ohne lange Monologe. Offene Fragen wie
„Was denkst du gerade?“ oder „Was glaubst du, wofür der kleine Spiegel da ist?“ binden das Kind aktiv ein. Ebenso wichtig ist es, zuzuhören, Pausen zuzulassen und nicht sofort mit der nächsten Frage weiterzumachen. Wertschätzung und echte Zuwendung machen hier den entscheidenden Unterschied.
Der erste Eindruck zählt
Vertrauensarbeit beginnt nicht erst auf dem Behandlungsstuhl, sondern bereits am Empfang. Ein freundlicher erster Kontakt, ein kleiner Rundgang durch die Praxis, ein kurzer Blick in den Behandlungsraum oder das spielerische Erklären von Geräten können Berührungsängste deutlich reduzieren. Bei sehr schüchternen Kindern darf der erste Termin auch ausschließlich dem Kennenlernen dienen – die eigentliche Behandlung folgt dann beim nächsten Besuch.
Auch das Umfeld trägt viel zur Atmosphäre bei: Bilder an den Wänden, freundliche Farben und kleine Spielecken machen die Praxis einladender und nehmen dem Zahnarztbesuch einen großen Teil seines Schreckens.
Eltern mit ins Boot holen
Kinder übernehmen Ängste häufig direkt von ihren Eltern. Sätze wie „Wenn du deine Zähne nicht putzt, tut es beim Zahnarzt richtig weh“ prägen sich tief ein. Deshalb ist die kommunikative Arbeit mit den Eltern mindestens genauso wichtig. Während der Behandlung sollten sich Eltern möglichst ruhig verhalten, nicht vorsagen, was gleich passieren wird und, wenn es dem Kind hilft, auch einmal im Wartezimmer bleiben. Denn Ruhe überträgt sich fast immer.
Fazit: Eine gute Patientenkommunikation mit Kindern heißt nicht „Zack-zack“, sondern Beziehungsarbeit, Geduld und eine Sprache auf Augenhöhe. ZFA leisten hier jeden Tag einen entscheidenden Beitrag – oft schon, bevor die Zahnärztin oder der Zahnarzt überhaupt den Raum überhaupt betritt. Ein freundliches Wort, ein ruhiger Ton, ein echtes Lächeln: Das sind oft die wirksamsten „Beruhigungsmittel“, die eine Zahnarztpraxis zu bieten hat.
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