Gehalt in der Zahnarztpraxis – Teil 2: Stadt schlägt Land: Wie stark beeinflusst der Praxisstandort das Gehalt?

Thomas Reimer - stock.adobe.com
Beata Luczkiewicz

ZFA-Gehalt Stadt vs. Land: Der Praxisstandort macht einen messbaren Unterschied. In Metropolen verdienst du im Median etwa 3.200 Euro brutto, in ländlichen Regionen rund 3.063 Euro. Die Dentale Gehaltsstudie 2025 zeigt, warum dieser Unterschied besteht und was das für deine Gehaltsverhandlung bedeutet.

Ob Stadtleben oder Landleben: Der Arbeitsort wirkt sich messbar auf das Gehalt in der Zahnarztpraxis aus.

Das Gehalt in der Zahnarztpraxis ist mehr als eine Frage von Qualifikation, Berufsjahren und Aufgabenbereich. Ein oft unterschätzter Faktor ist der Standort der Praxis. Die Dentale Gehaltsstudie 2025 zeigt deutlich: Wer in der Stadt arbeitet, verdient im Durchschnitt mehr als Kolleginnen und Kollegen in Kleinstädten oder auf dem Land. Der Arbeitsort prägt das Gehalt. Und zwar spürbar und dauerhaft. Dieser Beitrag ist Teil der Magazinserie „Gehalt in der Zahnarztpraxis – Teil 1: Was verdienen ZFA, ZMP und DH?”

Wo gearbeitet wird, macht einen Unterschied

Gerade beim ZFA-Gehalt zeigt sich der Standortunterschied besonders deutlich. Für ZFA und ZMF liegt der Median in Metropolen, Groß- und Mittelstädten bei rund 3.200 Euro brutto (Median ist der mittlere Wert: Die eine Hälfte verdient weniger, die andere Hälfte mehr). In Kleinstädten und ländlichen Regionen sind es etwa 3.063 Euro. Auch in anderen Berufsgruppen zeigt sich derselbe Trend. Der Standort ist damit kein Nebenaspekt, sondern Teil der Gehaltsrealität in der Dentalbranche.

Warum Städte besser zahlen

Die Gründe liegen weniger in der einzelnen Praxis als in den Rahmenbedingungen. In urbanen Regionen gibt es in der Regel mehr Patientinnen und Patienten, ein breiteres Leistungsspektrum und mehr Möglichkeiten zur Spezialisierung. Größere Teams, mehr Verwaltungsaufwand und komplexere Abläufe bringen zusätzliche Verantwortung mit sich und die wird in der Regel besser vergütet. Hinzu kommen höhere Lebenshaltungskosten, die sich langfristig in den Gehaltsstrukturen widerspiegeln.

In kleineren Orten und ländlichen Regionen sind Praxen oft überschaubarer organisiert. Aufgaben sind stärker gebündelt und die wirtschaftlichen Spielräume sind enger. Das sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus, erklärt aber, warum Gehälter hier häufig niedriger ausfallen.

Erfahrung gleicht den Standort nicht vollständig aus

Berufserfahrung wirkt sich zwar positiv auf das Gehalt aus, das zeigt die Studie für alle Berufsgruppen. Dennoch bleibt der Unterschied zwischen Stadt und Land bestehen. Auch mit vielen Jahren im Beruf liegen die Gehälter in urbanen Regionen im Median höher. Für alle, die ihre Vergütung einordnen oder über einen Wechsel nachdenken, ist der Standort daher ein wichtiger Teil der Planung.

Mehr Optionen in der Stadt, mehr Beständigkeit auf dem Land

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Wechselbereitschaft in Städten etwas höher ist. Mehr offene Stellen, größere Praxisstrukturen und spezialisierte Tätigkeitsfelder eröffnen zusätzliche Optionen. Gleichzeitig kann in kleineren Orten eine stärkere Teamkontinuität entstehen. Für Mitarbeitende bedeutet das: Standortentscheidungen betreffen nicht nur das Gehalt, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsorganisation und berufliche Perspektiven. Beides hat seinen Wert – beeinflusst aber, wie Karrierewege verlaufen und welche Gehaltsspielräume entstehen.

Was das für die Praxis bedeutet

Für Praxismitarbeitende liefert der Standort einen wichtigen Maßstab, um das eigene Gehalt realistisch einzuordnen. Ein bundesweiter Vergleich allein greift zu kurz, wenn regionale Unterschiede unberücksichtigt bleiben. Für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber bieten die Zahlen eine Orientierung, um die Vergütung fair und marktgerecht im jeweiligen Umfeld zu gestalten – nicht am theoretischen Maximum, sondern unter Berücksichtigung der regionalen Bedingungen.

Einordnung der wichtigsten Ergebnisse

  1. Der Praxisstandort beeinflusst das Gehalt messbar. In Städten liegen die Medianwerte höher als in Kleinstädten und ländlichen Regionen.
  2. Strukturen erklären den Unterschied. Patientenzahlen, Spezialisierung, Praxisgröße und Kostenstruktur wirken sich direkt auf die Vergütung aus.
  3. Berufserfahrung erhöht das Gehalt, ersetzt den Standort aber nicht. Regionale Unterschiede bleiben bestehen.
  4. Der Arbeitsort prägt auch die Karrierewege. Der urbane Raum bietet mehr Optionen, der ländliche Raum oft mehr Stabilität.

Fazit: Der Ort, an dem eine Praxis angesiedelt ist, prägt die Gehaltsrealität stärker, als vielen bewusst ist. Wer Zahlen einordnet, Gehaltsgespräche vorbereitet oder berufliche Schritte plant, sollte den Standort stets mitdenken. Die Studie liefert eine belastbare Grundlage dafür, denn sie macht regionale Unterschiede vergleichbar und zeigt, dass „Stadt“ und „Land“ in der Vergütung keine Nebensache sind.

Quelle:

0 0 votes
Article Rating

Kontakt

Beata Luczkiewicz

Freie Journalistin
Beata ist Fachautor für das Recall-Magazin und spezialisiert auf Themen rund um Praxismanagement, Patientenkommunikation und effiziente Abläufe in Zahnarztpraxen.
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Gesundheitsbereich liefert sie fundierte und praxisnahe Inhalte für Praxisteams.


Email: kontakt@beata-luczkiewicz.de

weitere Beiträge aus diesem Fachbereich

recall® Das Praxisteam-Magazin immer mit dabei

Mit unserem E-Paper haben Sie die Möglichkeit alle Ausgaben kostenfrei mobil auf Ihrem Smartphone, Tablet oder Laptop zu lesen.

Recall Magazin