
Kürzlich wurde den Deutschen vom Robert Koch-Institut eine geringe Gesundheitskompetenz bescheinigt. Viele Menschen haben Probleme damit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen und im Alltag anzuwenden. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen ein anderes Bild: Wenn es um die digitale Gesundheitskompetenz geht, ist die Bevölkerung deutlich aktiver, als oft angenommen wird.
So nutzen laut einer Bitkom-Umfrage bereits 45 Prozent der Deutschen KI-Chatbots, um sich zu Symptomen und Gesundheitsthemen zu informieren. Wer im Internet nach Krankheiten und Beschwerden sucht, macht zunächst nichts falsch. Im Gegenteil: In vielen Fällen kann dies die eigene Gesundheitskompetenz sogar stärken – vorausgesetzt, die Informationen sind seriös, verständlich und aktuell.
Die folgenden Tipps helfen dabei, verlässliche Gesundheitsinformationen zu erkennen und effektiv zu nutzen. Ein wichtiger Hinweis: Dr. Google oder KI-Chatbots können hilfreich sein, ersetzen aber keinen Praxisbesuch.
1. Präzise, spezifische Suchanfragen stellen
Richtig recherchieren will gelernt sein – egal ob über Suchmaschinen oder KI-Chatbots. Gerade bei sensiblen Themen wie der eigenen Gesundheit ist es wichtig, Anfragen möglichst präzise zu formulieren. Je konkreter die Angaben sind, desto passender fallen die Ergebnisse aus.
Das gilt auch für sogenannte Prompts bei KI-Anwendungen. Statt allgemeiner Fragen wie „Was bedeutet Zahnschmerz?“ sind genauere Formulierungen sinnvoll, zum Beispiel „Stechender Zahnschmerz beim Kauen im Backenzahn – mögliche Ursachen“.
Wichtig zu wissen: Weder Suchergebnisse noch KI-generierte Antworten sind automatisch korrekt. Es lohnt sich, mehrere Quellen zu vergleichen und Informationen nicht ungeprüft zu übernehmen.
2. Einen Blick ins Impressum werfen
Wer ein scheinbar passendes Suchergebnis gefunden hat, sollte einen Blick ins Impressum werfen, um die Seriosität der Anbieter von Gesundheitsinformationen zu beurteilen. Es ist wichtig zu wissen, ob die Informationsquelle qualifiziert und kompetent ist. Zuverlässige und unabhängige Gesundheitsinformationen bieten oft Institutionen wie das Robert Koch-Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Krankenkassen oder die Verbraucherzentralen.
3. Quellenangaben checken
Worauf fußt die Information und welche Belege gibt es dafür? In einem seriösen medizinischen Artikel kommen am besten Experten wie beispielsweise Zahnärzte oder renommierte Institutionen zu Wort. Ein gutes Zeichen ist außerdem, wenn auf den Webseiten auf weiterführende Literatur verwiesen wird.
4. Datum der letzten Aktualisierung checken
Bei nicht aktualisierten Webseiten können die Inhalte veraltet und nicht mehr auf dem neusten Stand sein. Deswegen ist es wichtig, das Datum der Veröffentlichung oder der letzten Aktualisierung zu überprüfen. Eventuell gibt es mittlerweile neuere Studien oder Erkenntnisse, die zu anderen Einschätzungen führen könnten.
5. Informationen kritisch hinterfragen
Gerade bei medizinischen und zahnmedizinischen Themen gilt: Nicht alles, was überzeugend klingt, ist auch verlässlich. Aussagen wie „Allheilmittel“ oder „100-prozentige Wirkung“ sollten skeptisch machen. Seriöse Informationen sind differenziert, benennen auch Grenzen und verzichten auf übertriebene Versprechen.
Eine wachsende Rolle spielen zudem soziale Medien. „Medfluencer“ oder „Dentfluencer“ erreichen viele Menschen und können Gesundheitswissen niedrigschwellig vermitteln. Gleichzeitig werden Inhalte dort oft verkürzt oder zugespitzt – nicht immer mit der nötigen fachlichen Tiefe.
Umso wichtiger ist es, auf die Quelle zu achten, Aussagen kritisch zu prüfen und Informationen nicht ungefiltert zu übernehmen. Verlässliche Inhalte sind transparent, nachvollziehbar und orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen.
6. Vorsicht bei Internetforen
Es tut gut, nicht allein dazustehen. Im Internet kann man sich deswegen durchaus mit der Community zu verschiedenen Gesundheitsthemen austauschen. Allerdings sind Foren in der Regel keine seriösen Informationsquellen. Die Aussagen, die dort getroffen werden, sind subjektiv und nicht auf Richtigkeit geprüft. Somit gilt: Sich nicht verunsichern lassen und lieber direkt in der Praxis nachfragen.
- Techniker Krankenkasse, Sechs Tipps zur sicheren Nutzung von Dr. Google
- Bitkom e.V., Dr. KI: Wenn der Chatbot zum medizinischen Ratgeber wird
