
Hintergrund der Studie
Die Forschergruppe um Ellyce Clonan, DDS analysierte Daten von 5.656 Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 Jahren, die zwischen 2015 und 2018 an der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) teilgenommen hatten. Der Cannabiskonsum wurde als mindestens einmal monatlicher Konsum von Marihuana oder Haschisch definiert. Mithilfe statistischer Analysen wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Zahnerkrankungen gibt – unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Einkommen und Alkoholkonsum.
Die Ergebnisse: Mehr Karies und Zahnverlust

Die Studie zeigt klare Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und einer schlechteren Zahngesundheit:
- 17 % höheres Risiko für Zahnkaries
- 55 % höheres Risiko für Wurzelkaries
- 41 % höheres Risiko für Zahnverlust
Diese Ergebnisse sind besorgniserregend, da insbesondere Wurzelkaries oft schwer behandelbar ist und zu Zahnextraktionen führen kann. Die Forscher gehen davon aus, dass mehrere Faktoren für das erhöhte Risiko verantwortlich sind.
Warum schadet Cannabis der Mundgesundheit?
Die negativen Auswirkungen von Cannabis auf Zähne und Zahnfleisch lassen sich durch mehrere Mechanismen erklären:
- Mundtrockenheit: Cannabis reduziert die Speichelproduktion, was den natürlichen Schutz gegen Karies und bakterielle Infektionen verringert.
- Verändertes Essverhalten: Viele Konsumenten greifen nach dem Konsum verstärkt zu zuckerhaltigen Snacks, was das Kariesrisiko erhöht.
- Entzündungsfördernde Wirkung: Cannabinoide können das Immunsystem beeinflussen und die Abwehrkräfte des Zahnfleisches schwächen.
- Geringere Mundhygiene: Einige Konsumenten vernachlässigen nach dem Konsum die Zahnpflege, was die Anfälligkeit für Zahnerkrankungen weiter erhöht.
Vergleich mit der US-Studie über Mundgesundheit
- Die US-amerikanische Studie sieht in der Zunahme des Cannabiskonsums eine der Ursachen für die Zunahme von Zahnproblemen.
- Die deutsche Statistik zeigt jedoch keinen starken Konsumanstieg. Zwar gibt es einige, die ihren Konsum erhöhen, aber auch viele, die ihn reduzieren oder beibehalten.
Fazit: Während die Studie aus den USA den steigenden Cannabiskonsum als Gesundheitsrisiko für die Mundgesundheit beschreibt, zeigen deutsche Daten ein differenziertes Bild. Viele Konsumenten ändern ihr Verhalten nicht oder reduzieren ihren Konsum. Zahnärztliche Aufklärung ist dennoch wichtig, aber die direkte Übertragung der US-Ergebnisse auf Deutschland ist fraglich. Für ZFAs heißt das: Aufklärung, Prävention und regelmäßige Kontrollen sind der Schlüssel zu einer besseren Mundgesundheit – auch bei Cannabiskonsumenten.